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Volles Haus beim Vortrag "Takenplatten"

Gestern Abend war das ev. Gemeindehaus bis auf den letzten Sitzplatz ausgebucht, als Wolfgang Herskamp folgende Fragen beantwortete:

Was hat es auf sich mit diesen eisernen Bildplatten, die als Schmuck an Häusern zu sehen und in Museen zu besichtigen sind? Welchen Zweck und welche Bedeutung hatten sie in den vergangenen Jahrhunderten?

 

Der Referent, Autor des Buches „Die Eiserne Bibel“, beschrieb zunächst die verschiedenen Arten der Takenplatten und erklärte ihre Herstellung.in den Eisenhütten der Eifel. Im Hauptteil seiner Ausführung befasste er sich dann an Hand zahlreicher Fotos eingehend mit den Bildermotiven auf den Takenplatten.

Zu Beginn des Plattengusses, vor 1500, finden wir auf den Platten Ornamente, Dekorationen, Heilige und Wappen. Später werden dann auch Szenen aus dem Alltagsleben und geschichtliche Ereignisse abgebildet.

 

Mit Humanismus und Renaissance werden die Themenbereiche erweitert. Es erscheinen nun auch Allegorien (personifizierte Tugenden) sowie Gestalten und Szenen aus der griechisch-römischen Mythologie auf den Platten. Hinzu kommen Bilder der Bibel.

 

 

Welchen Einfluss haben in diesem Zusammenhang die Landesherren der Eifel, die Grafen von Manderscheid, auf die Gestaltung der Platten? Und welche Rolle spielt der Reformator Martin Luther. Was haben der berühmte Maler und Grafiker Albrecht Dürer (1471 – 1528), die Grafiker Israhel van Meckenem (1450 – 1503) und Martin Schongauer (1450 – 1491), der wegen seiner 2000 Städteansichten weithin bekannte Kupferstecher Matthäus Merian und schließlich der niederländische Graphiker mit dem interessanten Namen Dirck Volkertszoon Coornhert (1522 – 1590) mit Takenplatten zu tun? Auch diese spannenden Fragen wurden in dem Vortrag beantwortet.

 

Viele Takenplatten haben die Zeiten überdauert. Sie spiegeln Kunststil und Wohnkultur der vergangenen Jahrhunderte wieder und erzählen vom Denken und Glauben einer und fernen Zeit. Ein Anlass, diese eisernen Relikte in den Blick zu nehmen.

 

Das Geschichtsforum Schleiden, die Ev. Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal und das Netzwerk an Urft und Olef luden herzlich zu dem informativen und spannenden Vortrag ein.